Hausmittel

Hausmittel
Hausrezepte / Hausmittel

Unter einem Hausmittel wird eine einfache medizinische Maßnahme verstanden, die meist familiär überliefert wird und mit einfachen Mitteln aus dem Haushalt durchzuführen ist. Somit stammen Hausmittel aus dem Laiensystem, sind aber auch vielen Hausärzten bekannt.

Zugeordnet werden die meisten Hausmittel der Pflanzenheilkunde und der allgemeinen Naturheilkunde. Verwendet werden meist Tees und Wickel sowie warme oder kalte Bäder. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Hausrezepte zur Behandlung leichter Erkrankungen dienen und nicht bei Unverträglichkeiten gegen eine oder mehrere der verwendeten Zutaten eingesetzt werden sollte.

Dauert die Krankheit länger an oder handelt es sich um einen schwere Erkrankung, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Blutdruck senken durch Pflanzenkraft

Bluthochdruck ist eine Erkrankung, die man sehr ernst nehmen sollte. Zum Ausbruch dieser Erkrankung können viele Faktoren führen. An erster Stelle steht hierbei Stress, Rausch- und Genussmittel sowie Alkohol und fettreiche Nahrung. Folgeerkrankungen von Bluthochdruck sind koronare Herzerkrankungen (KHK), Herzinfarkte, Herzinsuffizienzen, Nierenversagen, Schlaganfälle und arterielle Verschlusskrankheiten.Aus diesem Grund ist eine ärztliche Behandlung unerlässlich, in der die medikamentöse Therapie mit Blutdruck senkenden, meist nebenwirkungsreichen Mitteln im Vordergrund steht. Doch häufig beeinflusst schon eine Umstellung der Lebensgewohnheiten den Blutdruck positiv und trägt zur Senkung bei.

Auch die Heilkräfte der Natur sind hier nicht zu unterschätzen. So gibt es viele Heilkräuter, die eine senkende Wirkung bei Bluthochdruck haben. Ein Enzym, das maßgeblich an der Entstehung von Bluthochdruck beteiligt ist, nennt sich ACE (angiotensin converting enzyme). Die Wirkstoffe, besonders die des Bärlauches, hemmen das ACE, wodurch der Blutdruck gesenkt wird. In neuesten Studien sind die positiven Eigenschaften des Bärlauchs bewiesen worden, was die wilde Waldpflanze zurück in unsere Kräuterküchen brachte. Die Bärlauchblätter können pur, als Granulat oder Presssaft zu sich genommen und so als natürliches und nebenwirkungsfreies Mittel gegen Bluthochdruck eingesetzt werden. Das Granulat findet außerdem als Würzmittel in der Küche Verwendung.

Eine fast gleiche Wirkung entfaltet auch der Knoblauch. Zudem haben Mistel und Weißdorn Blutdruck senkende Wirkungen und sind häufig Bestandteil von Herz-Kreislauf-Teemischungen. Jedoch wirken sie eher bei schwachem Bluthochdruck und lindern vor allem Begleiterscheinungen wie Schwindel oder Kopfschmerzen.

Als sehr wirkungsvolles Mittel gegen Bluthochdruck gelten die Blätter des Ölbaumes (Olivenbaum). Ein Aufguss mit Ölbaumblättern kann auf 2 bis 3 Tassen über den Tag verteilt eingenommen werden. Das Immunsystem wird gestärkt und der Cholesterinspiegel gesenkt. Die einfach ungesättigten Fettsäuren wirken sich positiv auf das Herzkreislaufsystem aus.

Sofern der Bluthochdruck von psychischen Problemen herrührt, kann der Einsatz beruhigender Tees mit Baldrian, Hopfen oder Orangenblüten Abhilfe schaffen.

Gesund im Mund

Weiße Zähne und ein gesundes Zahnfleisch wünscht sich wohl jeder, denn ein strahlendes Lächeln gilt heute als Schönheitsideal. Was kann man jedoch tun, wenn im Mund nicht alles so gesund ist, wenn man von Zahnschmerzen oder Zahnfleischentzündungen geplagt wird oder wenn einem Mundgeruch zu schaffen macht?

Hier gibt es viele Hausmittel, auf die man zurückgreifen kann bevor ein Zahnarzt aufgesucht werden muss.

Bei Schmerzen im Mund hat sich die Nelke als sehr schmerzlindernd bewährt. Man kann eine Gewürznelke direkt zwischen die betroffenen Zähne stecken oder ein Nelkenöl verwenden. Das Öl wird direkt auf den betroffenen Zahn oder das Zahnfleisch getupft und hat eine schmerzstillende und zudem keimtötende Wirkung.

Als Mundspülung kann ein Aufguss aus abgekochten Blättern der schwarzen Johannisbeere genutzt werden. Auch dies lindert die Zahnschmerzen. Bei Zahnfleischentzündungen sind abgekochte Himbeerblätter oder trockener Majoran gute Helfer bei Zahnfleischentzündungen. Mit Teebaumöl oder einem Sud aus Zwiebeln kann man bei Schmerzen gurgeln und gewürfelte oder zerdrückte Zwiebeln, in einen Mullwickel verpack und angefeuchtet auf die schmerzende Stelle gelegt, wirken entzündungshemmend. Genauso kann auch mit frischer Kamille verfahren werden.

Thymian findet oft Einsatz wegen seiner durchblutungsfördernden und antibakteriellen Wirkung. Die einfachste Methode zur Linderung von Schmerzen ist es, die schmerzende Stelle zu kühlen, sofern der Schmerz nicht von der Temperatur hervorgerufen wird. Über kurz oder lang wird der Weg jedoch zum Zahnarzt führen, denn die Ursache muss ja gefunden und behoben werden. Wer sich mit Mundgeruch herumschlagen muss, kann auch auf viele Hausmittel zurückgreifen. Vorher sollte jedoch vom Zahnarzt abgeklärt werden, ob eine medizinische Ursache den Mundgeruch hervorruft.

Oft sind aber auch stark gewürzte Speisen oder alkoholhaltige Getränke für den üblen Geruch verantwortlich. Gewürze wie Zwiebeln, Knoblauch oder Pepperoni enthalten ätherische Öle, die eine lange Zeit mit ihrem Geruch nachwirken, auch wenn man sich häufiger die Zähne putzt.

Abhilfe schafft hier das Zerkauen von Wacholderbeeren, frischer Petersilie, Meerrettichwurzeln oder Kaffeebohnen. Häufig sind jedoch eine ganze Reihe von Fäulnisbakterien in der Mundhöhle Ursache für schlechten Atem.

Das einfachste Mittel ist eine intensivere Mundhygiene und das Nutzen von Mundwasser und auch das Abreinigen der Zunge mit einer speziellen Zungenbürste. Ist eine Zahnbürste einmal nicht greifbar ist, können auch Zahnpflege-Kaugummis verwendet werden.

Magen-Darm-Beschwerden

Der Magen-Darm-Trakt ist ein sehr kompliziertes System, das aus der Speiseröhre, dem Magen und dem Dünn- und Dickdarm besteht. Hier findet die enzymatische und bakterielle Aufschlüsselung der Nahrung statt. Wird dieses System gestört, kann es zu Blähungen, Verstopfungen, Sodbrennen, Magenkrämpfen und –verstimmungen oder Durchfall kommen. Können organische Defekte durch den Arzt ausgeschlossen werden und ist somit eine medikamentöse Behandlung nicht zwingend erforderlich, können vielfältige Hausmittel eine Linderung hervorrufen, denn viele Kräuter und Pflanzen wirken sich positiv auf die Magen- und Darmfunktionen aus.

Gut bei Blähungen hilft z.B. Anis, denn seine ätherischen Öle wirken krampflösend und regen die Bildung von Magensäften an. Am einfachsten ist Anis als Tee einzunehmen und ist am wirkungsvollsten. Linderung verspricht auch ein warmes, feuchtes Tuch oder eine Wärmflasche, beides wirkt entspannend und mildert Schmerzen, Verspannungen und Krämpfe.

Bei akuten Blähungen sollte man wenig Ballaststoffe zu sich zu nehmen und blähende Nahrungsmittel vermeiden. Bei Verstopfung oder Darmträgheit gibt es viele Hausmittelchen, wobei hier gilt, individuell herauszufinden, welches Mittel einem am Besten hilft.

Bei einer Verstopfung ist das einfachste Mittel ein Glas lauwarmes Wasser morgens auf nüchternen Magen zu trinken. Generell sollte viel Flüssigkeit aufgenommen werden, um Verstopfungen vorzubeugen. Besonders geeignet sind hierzu Hibiskus- oder Holunderblütentees. Zudem unterstützt eine ballaststoffreiche Ernährung mit Kleie, Lein- oder Flohsamen und regelmäßige Bewegung die Darmtätigkeit.

Abführende Wirkungen haben auch Milchzucker und Sauerkrautsaft. Auch kann bei Verstopfungen eine langfristige Besserung erzielt werden, wenn die richtigen Lebensmittel gewählt werden. Gemüse, Obst und Salat unterstützen die Entschlackung und Vollkornprodukte sorgen für die notwendigen Ballaststoffe. Lebensmittel wie Lein- oder Flohsamen sollten vor dem Verzehr in Wasser eingeweicht werden, da diese sonst dem Körper das Wasser entziehen und aufquellen.

Honig als Heilmittel

Die meisten kennen Honig als Brotaufstrich für ein leckeres Frühstück oder als Süßungsmittel und doch steckt im Honig viel mehr. Schon die alten Ägypter und die Griechen nutzten den Honig als Arznei- und Heilmittel und Hippokrates setzte in der Antike Honig bei der Behandlung von Wunden und Fieber ein. Er lehrte, dass Honig das Blut verdünne und kühle. Und doch erhebt Honig nicht den Anspruch eines Allheilmittels, leistet aber bei vielen Erkrankungen nützliche Dienste.

Am häufigsten kommt er wohl bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Pur, in heißer Milch oder im Tee wirkt er entzündungshemmend. Die positiven Eigenschaften verdankt der Honig seinen wertvollen Inhaltsstoffen, denn neben dem energiereichen Zucker enthält Hönig viele Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Aminosäuren, die eine wichtige Nahrungsergänzung darstellen.

So schätzen Sportler Honig sehr, da er ihnen sowohl schnell als auch langsam verwertbaren Zucker liefert. Damit bildet Honig eine optimale Energiequelle für Höchstleistungen und der enthaltene Traubenzucker liefert einen raschen Energieschub. Außerdem macht Honig schön und wird schon lange in der Kosmetik eingesetzt.

Viele Pflegeprodukte enthalten Honig, da seine milden Säuren positiv auf den Säureschutzmantel der Haut wirken. Zudem bindet er Feuchtigkeit in der Haut und nährt sie mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen. Seine sanft reinigende Wirkung ist auf das Enzym Glucoseoxidase zurückzuführen und wird bei der Behandlung junger, unreiner Haut genutzt. Honig ist auch in der Behandlung von Wunden auf dem Vormarsch, so macht man sich seine antibakteriellen Eigenschaften bei chronisch infizierten Wunden zu Nutze.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Schwellungen nach kurzer Zeit zurückgehen und die Schmerzen abnehmen, zudem sind die Wunden nach wenigen Tagen annähernd steril. Die im Honig enthaltenen Zuckermoleküle entziehen den Bakterien in der Wunde das Wasser, wodurch die Bakterien absterben. Des weiteren fördert Honig das Wachstum von Fibroblasten. Hierbei handelt es sich um Zellen, die dem Gewebe eine feste Struktur verleihen. Durch die Fibroblasten heilt die Wunde gleichmäßig aus. Enzyme des Honigs regen die Tätigkeit von körpereignen Enzymen an, wodurch die Verdauung von abgestorbenen Hautzellen in der Wunde gefördert wird. Chronische Wunden verursachen oft unangenehme Gerüche, die mit Honig vermieden werden können.

Es wird vermutet, dass die Wundbakterien durch den Zucker im Honig zum Abbau von Kohlehydraten angeregt werden, wobei keine übel riechenden Schwefelverbindungen entstehen. Zudem schließt Honig die Wunde luftdicht ab. Die Bakterien tötenden Eigenschaften verdankt der Honig dem Wasserstoffsuperoxid, der durch die Bienen dem Nektar hinzufügt werden. Dieses Enzym hemmt die Vermehrung der Keime indem es deren Stoffwechsel schädigt. So nimmt Honig sogar auf Staphylokokken Einfluss, die häufig eine Resistenz gegen Antibiotikum ausbilden.

Die heilenden Eigenschaften des Honigs sind also sehr vielfältig, so wird bereits an der Herstellung von mit Honig imprägnierten Wundverbänden gearbeitet, die dann hauptsächlich in der Verbrennungsmedizin zum Einsatz kommen sollen.